LaVida: 18 März 2018,

Warum Salz für unsere Pferde so wichtig ist


Eine meiner Standardfragen bei der Vorbereitung einer Futterberatung ist die Frage „Ist ein Salzleckstein vorhanden“. Doch wieso stelle ich diese Frage und ist ein Salzleckstein überhaupt notwendig?

Schon der römische Schriftgelehrte Cassiodorus schrieb vor über 1500 Jahren den Satz: "Der Mensch kann ohne Gold, aber nicht ohne Salz leben.“ Das gilt auch für unsere Pferde.

Salz besteht größtenteils aus Natriumchlorid, einem in der Natur weit verbreiteter Stoff, der sich aus den beiden chemischen Elementen Natrium und Chlor zusammensetzt. Natriumchlorid wird in großem Umfang aus den beiden Hauptvorkommen Steinsalz und Meersalz gewonnen.
Anders wie bei den knappen Rohstoffen sind sich die Experten einig, dass die Salzvorkommen der Erde niemals erschöpft sein werden. Sie schätzen, dass in allen Salzstöcken zusammen 100 Billionen Tonnen lagern.

Keine Zelle des Körpers könnte ohne Salz existieren, das Herz könnte nicht schlagen, alle Nerven wären lahm gelegt, Blutzirkulation, Stoffwechsel, Muskeltätigkeit, Verdauung und Ausscheidungen wären nicht möglich, da Natrium den Wasserhaushalt, die Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen regelt und viele Stoffwechselvorgänge aktiviert. Chlorid ist unter anderem ein wichtiger Bestandteil der Verdauungssäfte. Es bewirkt die Bildung von Salzsäure im Magen, die als eine Komponente des Magensafts Proteine aus der Nahrung aufspaltet und unerwünschte Mikroorganismen unschädlich macht. Natrium wird zu 95 Prozent im Dickdarm aus dem Nahrungsbrei aufgenommen und der Überschuss über die Niere ausgeschieden.
Die Nieren regulieren auch den Salzgehalt im Körper und sind durch ein komplexes Steuerungssystem gesteuert, das dafür sorgt, dass sie je nach Bedarf Natriumchlorid im Körper zurück halten oder mit dem Urin ausscheiden. Ein Salzverlust kann daher nicht nur durch Schwitzen oder Durchfall entstehen, sondern auch durch eine gestörte Nierenfunktion, bei der zu viel Urin abgegeben wird.

Ein Mangel an Natrium und Chlorid bei Pferden kann sich durch Leck sucht, Leistungsschwäche, Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit bemerkbar machen. Eine längerfristige Unterversorgung kann die Verdauung stark beeinträchtigen, Verstopfungskoliken, Durstlosigkeit und Nierenversagen verursachen.

Die meisten Futterrationen haben einen Mangel an Salz, da Heu und Getreide kaum Salz enthalten.
Aus diesem Grund sollte jedem Pferd ein sauberer gut zu erreichender Salzleckstein (nicht zu verwechseln mit einem Mineralleckstein) zur Verfügung stehen. Der Verbrauch sollte regelmäßig kontrolliert werden. Bei einer unkontrollierte Salzaufnahme sollte unbedingt nach der Ursache gesucht werden, da eine Überversorgung mit Salz häufig übermäßige Wasseraufnahme und entsprechend übermäßigem Harnabsatz und/oder Durchfall verursacht.

Oft lecken Pferde in Boxenhaltung aus Langeweile am Salzleckstein herum oder haben einen Mangel an Mineralien insbesondere an Zink. Fohlen unter 3 Monaten sollten keinen Salzleckstein bekommen, da sie meist zu übermäßiger Salzaufnahme neigen was zu Durchfall führen kann.

Zwingen sie ihr Pferd nicht zur Salzaufnahmen, indem sie den Leckstein in den Futtertrog legen.

Ob sie einen weißen, Himalaya oder Karpatensalzleckstein kaufen, macht keinen großen Unterschied, da sie alle zu mindestens 97 Prozent aus Natriumchlorid bestehen.

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