LaVida: 11 Mai 2018,

FAQs Gastroskopie


Die Diagnose von Magengeschwüren ist nach wie vor nur durch eine Gastroskopie möglich.
Doch wie läuft eine Gastroskopie eigentlich ab?


Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Tierarzt mit einer Endoskop-Kamera das Innere des Magens sehen kann. Mit Hilfe der Gastroskopie lassen sich Beschwerden der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens (Gaster) und des Zwölffingerdarms (Duodenum) abklären.


Das Pferde-Gastroskop ist in der Regel 3,5 m lang und soll den Magen des Pferdes und den ersten Teil des Dünndarms erreichen. Wie bei einer Kolik wird das Endoskop durch die Nase des Pferdes in den Rachenraum vorgeschoben, wo es verschluckt wird. Nach dem Passieren der Speiseröhre und Einblasen von Luft ist der Magen sichtbar. Die Bilder werden live auf einen Monitor übertragen und gleichzeitig aufgezeichnet
um später eine Veränderung nach erfolgter Therapie besser beurteilen zu können.


Die Gastroskopie selbst ist nicht schmerzhaft für das Pferd, da das Endoskop selbst nur einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter hat. Ein leichter Schmerz bzw. kitzelndes Gefühl kann das Pferd empfinden wenn das Endoskop durch die Nase eingeführt wird. Sollte ein Pferd hier besonders empfindlich sein, könnte die Stelle mit einem Lokalanästhetikum betäubt werden.


Ja, aber nur leicht. Eine Gastroskopie ist zwar schmerzlos doch aber stressig für das Pferd.
Es ist von Tierärzten und seltsamen Ausrüstung umgeben. Der Tierarzt und die Helfer müssen fast direkt vor dem Pferd stehen. Die Sedativa, die für die Gastroskopie verwendet werden, wirken meist weniger als eine Stunde und das Pferd bleibt während des Eingriffs stehen.


Ja. Der Tierarzt muss in der Lage sein, den gesamten Magen, die Pylorus Region und den ersten kurzen Abschnitt des Dünndarms während eines Eingriffs zu sehen, deshalb ist eine mindestens 12- stündige Nahrungskarenz notwendig damit keine Futterpartikel die Sicht verhindern. Viele Kliniken verabreichen ca. 3 Stunden vor der Gastroskopie dem Pferd MCP, das Medikament verbessert die Magenentleerung. Dabei sollte man beachten, dass viele Pferde ihre Einstreu fressen wenn ihnen das Raufutter entzogen wird. Die Kliniken planen in der Regel die Gastroskopie als ersten Tagespunkt, so dass das Pferd noch seine Abendration fressen kann und nicht unnötig lange Hunger muss. Trinken kann das Pferd bis ca. 2-4 Stunden vor der Gastroskopie. . Damit es nicht alleine durch das Fasten vor der Gastroskopie zu einem Geschwür kommt, wird meist vorbeugend Omeprazol verabreicht.


Eine genaue Diagnose ist für eine erfolgreiche Therapie entscheiden, da je nach Lage und Schwere der Geschwüre unterschiedliche Therapieansätze gewählt werden müssen.
Erst durch die Untersuchungsergebnisse ist es möglich, die richtigen Medikamente auszuwählen und definitive Aussagen zur Dauer der Medikamentengabe zu machen.
Zudem können auch andere Erkrankung wie chronische Magendilatationen, Tumore, Erkrankungen am Magenausgang (Pylorus) und Veränderungen im vorderen Abschnitts des Zwölffingerdarms (Duodenoskopie) erkannt oder ausgeschlossen werden.
Der Versuch, ein Pferd auf Verdacht zu behandeln führt oft zu falsch positiven und falschen negativen Ergebnissen. Dies kann zu einer teuren Behandlung von Pferden führen, die tatsächlich keine Geschwüre haben, und zu einer Verzögerung der Behandlung von magengeschwürgeplagten Pferden.


Viele Tierärzte und Kliniken bieten mittlerweile die Möglichkeit an, die Gastroskopie am heimischen Stall durchzuführen. Pferden wird dadurch der Stress durch Transport und Ortswechsel erspart.


Eine Magenspiegelung ist im Allgemeinen ein risikoarmer Eingriff. Durch die Sedierung besteht ein geringes Narkoserisiko. Vor der Sedierung sollte abgeklärt werden, ob das Pferd gesund ist.
In seltenen Fällen kann die Speiseröhre oder der Magen durch das Endoskop verletzt werden. Das Pferd muss nach einer Gastroskopie langsam und schonend wieder angefüttert werden.


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